Die Fortbildung zum/zur Geprüften Berufsspezialist/in für erneuerbare Energien SHK beinhaltet das Modul „Lern- und Wissensmanagement“. Warum ist es sinnvoll, diesem Thema ein eigenes Modul zu widmen?
Das Tätigkeitsfeld des Berufsspezialisten ist komplex, stark im Wandel und erfordert kontinuierliches Lernen. Gleichzeitig wird in vielen Fortbildungen Selbstlernkompetenz vorausgesetzt, aber kaum systematisch gefördert. Genau hier setzt unser Modul an. Die Teilnehmenden sollen den Nutzen von selbst gesteuertem Lernen und nachhaltiger Wissenssicherung erkennen, nicht abstrakt, sondern ganz konkret für ihre berufsbegleitende Fortbildung und für ihren Arbeitsalltag.
Welche Inhalte und Methoden stehen im Modul im Mittelpunkt?
Im Bereich Lernmanagement setzen sich die Teilnehmenden mit ihrem eigenen Lernverhalten auseinander und lernen verschiedene Lernstrategien kennen, probieren diese aus und reflektieren deren Wirkung. Unterstützt wird das durch praxisnahe Web-based Trainings mit konkreten Beispielen, Übungen und Transferimpulsen. Ein zentraler Grundsatz ist: wenig Theorie, viel Anwendung. Es geht beispielsweise darum, Lernstoff sinnvoll zu organisieren, Inhalte verständlich aufzubereiten oder durch Austausch mit Lernpartnern zu vertiefen.
Im Bereich Wissensmanagement liegt der Fokus darauf, Wissen nachhaltig zu sichern, zu dokumentieren und im Team verfügbar zu machen. Die Teilnehmenden arbeiten mit Methoden, die sie direkt im Betrieb einsetzen können.
Was ist das Besondere und Innovative an diesem Vorgehen?
Das Thema „Lernen lernen“ ist nicht neu, aber es hat sich in der Beruflichen Bildung noch nicht systematisch etabliert. Das gilt insbesondere für das Handwerk. Für uns ist deshalb die Schlüsselfrage: Wie kommt das, was wir entwickeln, auch nachhaltig in der Praxis an? Was braucht es, damit es von der Zielgruppe angenommen wird?
Der Schlüssel liegt unseres Erachtens im „Wie“:
- Die Lernstrategien werden den Teilnehmenden in einer kompakten, verständlichen, praxisnahen Form präsentiert.
- Die Lernstrategien werden systematisch in den Fachmodulen angewendet. Das Modul steht also nicht isoliert für sich, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Fortbildung. Ein Beispiel: Im Lernstrategietraining entwickeln die Teilnehmenden Methoden zur Strukturierung von Wissen, etwa durch Checklisten. Später, im Fachmodul Energiemanagement, erstellen sie dann eine Checkliste für das Vorgehen bei der Vernetzung von Anlagen. Die Teilnehmenden erleben dadurch unmittelbar, dass Lernen mit Strategie effektiver und effizienter ist, und entwickeln Routinen, die sie auch im Arbeitsalltag nutzen können.
- Damit diese Verzahnung des Moduls „Lern- und Wissensmanagement“ mit den Fachmodulen gut gelingt, wird dieses Modul von den Fachdozierenden durchgeführt. Wir sind überzeugt, dass sich das positiv auf die Teilnehmenden auswirken wird, wenn sie sehen, dass die Fachdozierenden das Thema wichtig finden und dahinterstehen.
Im Erprobungsdurchgang werden wir das Konzept und die Materialien evaluieren und dann gegebenenfalls anpassen und weiterentwickeln.
Wie werden die Dozierenden bei der Umsetzung unterstützt?
Eine erfolgreiche Umsetzung steht und fällt mit den Dozierenden. Deshalb war es uns wichtig, die Hürden möglichst niedrig zu halten.
Auf der Lernplattform stellen wir einen vollständig vorbereiteten Kurs bereit, ergänzt durch Materialien wie Reflexionsfragen und kompakte Zusammenfassungen. Ein Dozierendenhandbuch bietet einen klaren Fahrplan und methodische Hinweise. Die Web-based Trainings eignen sich – bei Bedarf – auch gut als Selbstlernkurs für die Dozierenden. Im Rahmen des Projekts stehen wir den Dozierenden aber natürlich auch gerne für Kurzschulungen zur Verfügung.
Lässt sich das Konzept auch auf andere Weiterbildungen übertragen?
Bei der Entwicklung der Lerninhalte und -materialien hatten wir eine bestimmte Zielgruppe vor Augen, nämlich Personen, die berufsbegleitend eine umfangreichere Fortbildung absolvieren. Und wir haben Elemente von Storytelling eingebaut, damit sich Menschen aus der SHK-Branche angesprochen fühlen.
Aber prinzipiell kann man das Modul oder Teile davon sehr gut in anderen Fortbildungen, Teilqualifizierungen oder auch in der betrieblichen Personalentwicklung einsetzen, unabhängig davon, um welche Branche es geht. Das sehen wir auch als unseren Projektauftrag: Wir wollen Konzepte und Materialien entwickeln, die Innovations- und Transferpotenzial haben.


